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Programm der Reihe "Sittengeschichte der Bundesrepublik"
und vorgesehene Titelfolge
Vom Schwarzmarkt zum Bioladen, von den alten Nazis zu den „Neonazis“,
vom Mauerbau bis zur Deutschen Einheit - das ist die Zeit vom Ende
der
Vierziger bis in die Neunziger Jahre, das ist die alte Bundesrepublik,
ein Staat,
in dem es für viele wieder aufwärts ging und letztlich doch
nicht vorwärts,
nicht hin zu einem gänzlich befriedeten Land, trotz Kniefall eines
sozialdemokratischen Kanzlers und einem grünen Wünschen und
Wollen.
Das „Wirtschaftswunder“ ging mit der Wiederaufrüstung und der
allgemeinen
Wehrpflicht einher, auf die Proteste und Revolten gegen autoritäre
Strukturen
in den Sechziger Jahren wurde mit „Knüppel raus“ und Rasterfahndung
reagiert.
Einem „Heißen Sommer“ folgte der „Deutsche Herbst“ - zum Jubeln
wenig,
aber zu erzählen genug.
In der „Sittengeschichte der Bundesrepublik“ wird in Kriminalromanen
von diesen Jahrzehnten erzählt. Es sind Romane über Kriegsheimkehrer
und
aus dem häuslichen Muff flüchtende Jugendliche, über
Apo-Aktivisten und
zwielichtige BKA-Männer, über türkische Immigranten
und Amok laufende
Familienväter. Es sind Geschichten über die großen
und die kleinen Verbrechen,
über kaltblütig begangene Morde, über Totschlag und
Notwehr in höchster
Verzweiflung. Sie erzählen vom bundesrepublikanischen Alltag,
von schuldig
gewordenen und schuldlos verstrickten Personen, von vermeintlichem
Recht
und wahrer Gerechtigkeit. Spannend und nachhaltig einprägend spiegeln
sie
das wieder, was in jenen Jahre Politik und Gesellschaft bewegt und
aufgebracht
hat. Es ist die Geschichte eines halben Jahrhunderts, eine Geschichte
in Geschichten,
ein sich in elf Bänden fortsetzender Gesellschafts- und Sittenroman
bundesdeutscher Wirklichkeit.
Vorgesehen sind:
Die Sechziger Jahre
Friedhelm Werremeier, Taxi nach Leipzig
Mit einem Porträt des Autors von Frank Göhre
August 1968. Der Hamburger Kriminalkommissar Trimmel (der erste „Tatort“-Kommissar)
reist illegal nach Leipzig. Er ist einer deutsch-deutschen Geschichte auf
der Spur.
-ky, Einer von uns beiden
Mit einem Porträt des Autors von Jürgen Alberts
Ein Student entdeckt, dass sein Uniprofessor seine Dissertation plagiiert
hat. Er erpresst ihn. Berlin der Sechziger Jahre. Wahlkampf. Studentenproteste.
Hasch, LSD und farbige Mode.
Und wie erwähnt:
Die Siebziger Jahre
Michael Molsner, Rote Messe
Mit einem Porträt des Autors von Jürgen
Alberts
Der Polit-Krimi der siebziger Jahre wurde von Rowohlt seinerzeit wegen
seiner „linken Tendenz“ nicht veröffentlicht, obgleich bereits zwei
Kriminalromane Molsners als rororo-thriller erschienen und von der Kritik
gefeiert worden waren. Rote Messe erschien deshalb als Fischer Taschenbuch.
Irene Rodrian, Schlaf, Bübchen, schlaf
Mit einem Porträt der Autorin von Frank Göhre
Das Psychogramm eines „ganz normalen Mannes“, Familienvater und Redakteur
einer Firmenzeitschrift, dem nach und nach der Boden unter den Füßen
wegsackt und der letztlich Amok läuft. Spielt im Jahr 1979 und vermittelt
exakt die Atmosphäre dieser Zeit.
Die Achtziger Jahre
Helga Riedel, Einer muss tot
Mit einem Nachwort von Frank Göhre
Lehrerin gibt zwei Türken Deutschunterricht und verliebt sich
in einen dritten. Heirat. Ehehölle. Mord. Wer ist der wahre Schuldige?
Peter Schmidt, Die Regeln der Gewalt
Mit einem Nachwort von Jürgen Alberts
Über die Zusammenarbeit der DDR-Stasi mit der RAF
Peter Zeindler, Feuerprobe
Porträt des Autors von Fank Göhre
DDR-Spion nach der Wende - ratlos