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UM ALLES IN DER WELT
Revolution in Politik, Kunst und Liebe 
 

Lenins Revolution war eine welthistorische Wende. Das weiß jeder. 

Dagegen weiß kaum jemand, daß der Rote Oktober in Schwabing erfunden wurde. Lange Zeit blieb es eines der bestgehüteten Staatsgeheimnisse, daß „die erste Arbeiter- und Bauernmacht der Weltgeschichte“ über deutsche Gesandtschaften vorbereitet und mit Startkapital aus Berlin vorfinanziert worden ist. 

Mehr als vierzig Millionen Reichsmark ließen die Deutschen sich Lenins Machtergreifung kosten. Nach heutiger Kaufkraft wäre das eine halbe Milliarde Mark. 

Michael Molsners biografischer Roman um den Referenten für politische Kriegführung Dr. Kai Ritter erzählt von der folgenreichsten geheimdiplomatischen Aktion im Europa des 20. Jahrhunderts. Als karrierebewußter Diplomat verleugnet Ritter seine große und leidenschaftliche Liebe zu Jana Landgarten, einer Schwabinger Soubrette, um an die Schaltstellen der Macht in der Reichshauptstadt Berlin zu kommen. Er wird Supervisor des Roten Oktober. Ständig hält er Kontakt mit Lenin und dessen engstem Kreis. Über Ritter fließen die Berliner Millionen an die Bolschewiki. 

Die Schwabinger Bohemienne Jana Landgarten will nicht in einer Welt leben, in der Ritter sie nicht heiraten kann, weil sie nicht hoffähig ist. Sie emigriert 1915 aus dem kriegführenden Deutschland nach Zürich und lernt bei den Dadaisten um Hugo Ball einen ungewöhnlichen Mann kennen: Uljanow, er nennt sich Lenin. Dieser Russe will alle Verhältnisse umwerfen, in denen der Mensch ein geknechtetes Wesen ist. 

Auf Ritters Betreiben verläßt Jana die Dadaisten. Sie schließt sich Lenin an und wird – was? Deutsche Agentin? Bolschewistin? Oder gar beides, solange Lenins Interessen mit denen des deutschen Reiches übereinstimmen? 

In seinem faktengenau recherchierten Roman präsentiert Michael Molsner als Höhepunkt die Ermordung von Graf Mirbach, dem deutschen Gesandten bei Lenins Revolutionsregierung in Moskau. Das Attentat war Teil eines brutalen Komplotts gegen das Geheimbündnis zwischen der Berliner Wilhelmstraße und dem Kreml. Wie in Zeitlupe von Augenblick zu Augenblick erleben wir, wie Gesandter Graf Mirbach im Sommer 1918 von zwei Attentätern in seiner Botschaft erschossen wird. Ritter, der als Botschaftsrat Stellvertreter Mirbachs ist, entgeht dem Anschlag auf unerklärliche Weise. Ein Attentäter hatte aus nächster Nähe auf ihn gefeuert. 

Es wurde nie gerichtlich festgestellt, wer Mirbachs Mörder geschickt hat. Ihre Namen kennt man. Bestraft wurden sie nicht. Ritter erfährt erst zwanzig Jahre später durch Jana von der wahren Motivation der Attentäter. Aber was ist Wahrheit? „Wir erfinden sie!“ sagte man in Schwabing. 



Münchener Abendzeitung
Buchreport
SZENEZEITUNG GIG
Leseprobe aus dem Roman
Bibliografie zum Roman
Homepage des Oktoberverlags
Schutzumschlag des Romans


Michael Molsner:
UM ALLES IN DER WELT
Roman, 250 Seiten
Oktober Verlag Münster
ISBN 3-935792-50-6